Storchenscheren

Storchenscheren

- Kategorie : Sammler-Kurzwaren

Im Volksglauben ist der Storch der Bote, der die Kinder in die Welt bringt. Diese Legende soll um 1850 im Elsass entstanden sein. Storchenscheren findet man schon um 1800: Sie wurden als medizinisches Instrument von Hebammen verwendet, um die Nabelschnur der Neugeborenen abzuklemmen. Sie waren nicht spitz und wurden Nabelschnurklemmen genannt. Die Storchenform wurde als sehr ansprechend empfunden und setzte sich allmählich auch bei Scheren für Stick- und Handarbeiten durch, während die Storchenschere als Arbeitswerkzeug von Hebammen an Bedeutung verlor. In der Tat ist der Storch mit seinen langen Beinen und seinem langen geraden und spitzen Schnabel geradezu prädestiniert, Modell für eine Scherenform zu stehen. Heute sind Storchenscheren immer noch genauso beliebt wie zu Anfang des 20. Jahrhunderts. Es werden eher kleine Modelle produziert, große Storchenscheren sind viel seltener. Allerdings sollte man vorsichtig sein: Manche Produkte sind von besonders schlechter Qualität.

Collection ciseaux cigognes années 1950

Storchenscheren in verschiedenen Größen aus den 50er Jahren.

Links im Bild: zwei Modelle aus den 30er Jahren, besonders fein bearbeitet. Hier sollte auf den Unterschied beider Storchenformen gachtet werden. Die rechte Schere ist von hochwertigerer Qualität und wurde höchstwahrscheinlich in einer kleinen Manufaktur hergestellt.

Rechts im Bild: Alle Scheren in Vogelform haben nicht automatisch mit Handarbeiten zu tun. Hier ist das linke Exemplar eine Traubenschere! Die rechte Schere ist kleiner und als Stickschere ausgewiesen.Die Abbildungen stammen aus dem Katalog eines Messerschmieds namens Carnot, der in den Jahren um 1910 ein Geschäft in Besançon (Dpt. Doubs) betrieb. Die Modelle wurden als Storchenscheren beschrieben, dabei ähnelt die Form eher einer Taube als einem Storch. 

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