Mustertuch Schloss von Versailles - Zweiter Teil

Publié le : 21.11.2017 16:29:21
Catégories : Museen und Kulturgut Rss feed

Fortsetzung der Erläuterungen zum Sampler Schloss Versailles in unserer Kollektion "Museen und Kulturgut". Den 1. Teil finden Sie hier.

Nahansicht des Wandteppichs aus dem Vorzimmer mit dem Ochsenauge

 

DER WANDBEHANG AUS DEM VORZIMMER
MIT DEM OCHSENAUGE

 

Die unzähligen Gobelin-Wandteppiche aus Versailles sind so groß, dass man sie schlecht in einer Vorlage wie diese darstellen kann. Ich habe mich für ein Detail aus dem im Vorzimmer mit Ochsenauge hängenden Türvorhang - auch Portiere genannt - entschieden. Die Lilien in der Mitte schienen mir als königliches Symbol für diesen Sampler genau richtig. Seinen Namen bekam das Zimmer durch das ovale Fenster im Deckenfries. Ursprünglich bestand es aus zwei einzelnen Räumen. Als Ludwig XIV. im Jahre 1701 sein Prunkschlafzimmer zentral einrichten ließ, wurde es großzügig umgestaltet und diente nun als Wartezimmer der Höflinge, die dem „Lever“ und dem „Coucher“ des Königs beiwohnen wollten.








DER MARMORHOF UND DER SPIEGELSAAL


Der Marmorhof und Detail eines Hockers aus dem Spiegelsaal

 

Mit Textilien hat der Marmorhof nichts zu tun. Allerdings ist sein geometrisches Muster für Kreuzstich wie geschaffen. Rechts davon auf dem Sampler ist die Interpretation eines Motivs auf einem der 32 Hocker aus dem Spiegelsaal. Die Hocker aus geschnitztem Holz stammen aus der Zeit „Louis-Philippe“ (entspricht etwa der Biedermaier-Zeit). Ursprünglich waren sie mit Gobelin-Stoffen aus der königlichen Savonnerie-Manufaktur gepolstert. Das hübsche Motiv - Eichhörnchen und Vögeln in der Mitte, Rosensträußen in den Ecken - konnte glücklicher Weise 1978 von der Pariser Manufaktur Hamot wiederhergestellt werden. Diese Manufaktur gibt es heute leider nicht mehr. 






DAS SCHLAFZIMMER DER KÖNIGIN
IN DEN "GRANDS APPARTEMENTS" IM SCHLOSS


Stoff und Randmotiv aus dem Schlafzimmer der Königin im Schloss Versailles

 

Die heute im Schlafzimmer der Königin ausgestellten prachtvollen Wandteppiche entsprechen den Sommerbehängen, mit denen die Wände am 6. Oktober 1789 geschmückt waren, als die Königsfamilie Versailles verlassen musste.Sie hingen von Frühling bis Herbst, weshalb sie „Sommerbehänge“ genannt wurden.Bei diesem unter dem Namen „Grand Broché de la Reine“ berühmten Stoff handelt es sich um ein spezielles Seidengewebe mit Rippeneffekt. Das Motiv ist von erhabener Schönheit: zusammengebundene Blumen, Schleifen und Pfaufeder auf weißem Hintergrund. Die Lyoner Manufaktur „Desfarges Frères et Cie „ webte den Originalstoff zwischen 1786 und 1787. 1904 übernahm die ebenfalls in Lyon ansässige Manufaktur „Lamy und Gautier“ das Weben des aktuellen Stoffs. Hier wird die Reproduktion eines Motivdetails aus dem Wandbehang gestickt. Nicht nur die Wandbehänge verdienen Bewunderung: Mit ihren blühenden Rosen- und Fliederranken auf apfelgrünem Hintergrund stehen Sofa und Hocker ihnen in Nichts nach. Ich kann nur dringend empfehlen, bei einer Schlossbesichtigung jedes einzelne Teil – Alkoven, Sofa, Kissen, Sessel, Kaminschirm, Hocker - gründlich zu betrachten. Alles ist im Motiv gleich gehalten und jedes ist doch unterschiedlich. Eine wahre Augenweide!




DAS SCHLAFZIMMER DER KÖNIGIN IM KLEINEN TRIANON

Stoffbordüre aus dem Schlafzimmer der Königin im Kleinen Trianon


Bei dem Namen Versailles fallen einem sofort das Schloss und die Gartenanlage ein. Natürlich gehören die Trianon-Schlösser auch dazu. Das von Marie-Antoinette besonders geprägte „Petit Trianon“ verfügt über einen einzigartigen Charme. Rückblickend kann man heute sagen, dass es der Königin gelungen ist, einen Trianon-Stil zu schaffen. Pierre de Nolhac (1859-1936), einer der aufgeklärten Schloss-Kuratoren, sagte über das Kleine Trianon: „Ausschließlich Geschmack anstelle des erwarteten Luxus“. Mit anderen Worten: Einfachheit mit äußerster Raffinesse. Für den Sampler habe ich die Stoffbordüre aus dem Schlafzimmer von Marie-Antoinette ausgesucht. Eine Rosenranke für eine blumenliebende Königin. 




DAS GOLD VON VERSAILLES UND DER SONNENGOTT APOLLO

Das Gold von Versailles und der Sonnengott Apollo

Eins fällt in Versailles sofort auf: das allgegenwärtige Gold. Sowohl draußen als auch innen: Überall glänzt es. Obwohl ich nicht gerne mit metallisiertem Garn sticke, war es für den Sampler unverzichtbar. So ist das Gold von Versailles in dem Doppel-L, dem kleinen Gittermuster rechts daneben und der Quaste dargestellt. Die kleine Quaste sollte 3 cm lang sein. Sie wird an die dafür vorgesehene Stelle auf den Sampler aufgenäht. Ich empfehle, mit dem Goldfaden zuerst die Motive in Kreuzstich zu sticken und erst anschließend die Quaste mit dem Rest zu machen.

Rechts im Bild Apollo: Der Sonnengott zu Gast beim Sonnenkönig. In Versailles ist Apollo, genauso wie das Gold, allgegenwärtig. Der Thronsaal trägt seinen Namen (Apollo-Salon) und im ganzen Schloss begegnet man ihm mal als Statue, mal auf Gemälden, Wandbehängen, Polsternmöbeln, Türdekorationen, usw. Selbstverständlich durfte der Sonnengott auf dem Sampler nicht fehlen.


KÖNIGE UND KÖNIGINNEN IN VERSAILLES

Silhouetten von Königen und Königinnen, die im Schloss Versailles residierten.

Die Profil-Silhouetten am unteren Rand sind eine Interpretation in Kreuzstich der im Kassenbereich ausgestellten Scherenschnitte. Sie verleihen diesem außergewöhnlichen Ort, den sie fast ihr ganzes Leben bewohnten, eine menschliche Dimension.


Möchten Sie mehr über Versailles erfahren? Besuchen Sie die offizielle Schlosswebseite.

Schauen Sie auch nach dem Sampler über Marie-Antoinette 

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