Stoffe zum Besticken 

Unsere Leinen zum Besticken werden alle in Frankreich hergestellt. Ob 12- oder 16-fädig, beide sind für ihre Qualität hochgeschätzt. Dank der akkurat gewebten Struktur und der fein dosierten Appretur sind sie besonders angenehm zu sticken.

In Frankreich wird Lein überwiegend in der Haute-Normandie angebaut. Die Aussaat erfolgt im Frühjahr zwischen März und April. Schon 70 Tage nach der Aussaat zeigen sich die ersten zartblauen Blüten. Die einzelnen Blüten sind eintägig. Etwa 30 Tage später sind die bis zu ein Meter hohen Pflanzen erntereif. Da die zur Herstellung von Leinen benötigte Faser bis in die Wurzel des Halmes reicht, sollte sie nicht beschädigt werden. Aus diesem Grund werden die Flachsstängel mit den Wurzeln herausgerissen. Diesen Prozessschritt nennt man Raufen. Nach einer Woche werden die Samenkapseln von den Stängeln abgestreift (Entkapseln oder Riffeln). Nach Raufen und Riffeln erfolgt der Vorgang der Röste. Die geernteten Pflanzen bleiben auf dem Feld liegen und, durch den Wechsel von Sonne, Regen und Tau, beginnen die Faser sich vom holzigen Kern zu lösen. Während dieser Zeit wird der Lein mehrmals gedreht.

ERHÄLTLICH IN DIESER ABTEILUNG:

12-fädiges Stickleinen 14 x 14 cm

Die 14 x 14 cm großen Stoffquadrate sind in allen lieferbaren Farben unseres 12-fädigen Leinens erhältlich. Sie können nach Lust und Laune in allen Farben gestickt und zusammengenäht werden, z.B. als Kissen, Läufer, Tischdecken, Taschen, Wandbehang, und vieles mehr.

Genau diese Stoffquadrate sind in unserer Stickpackung „Plaid Chambord“. Lassen Sie Ihrer Kreativität freien Lauf!

12-fädiges Stickleinen 50 x 70 cm

Die Leinfaser ist die älteste Faser der Welt. Flachs wurde in Ägypten bereits vor mehr als 6000 Jahren angebaut und für Kleidung, Schiffssegel und Fischernetze verwendet. Aus den erhaltenen Mumien wissen wir, dass die Toten in Leinenbinden gewickelt wurden. Unter Karl dem Großem fand der Anbau von Flachs als königliche Kulturpflanze eine rasche Verbreitung. Ab dem XI. Jahrhundert wurde Leinen dann schließlich überall verwendet. Als vielleicht berühmtestes Beispiel dient der Wandbehang von Bayeux. Ab dem XVII. Jahrhundert läutete der massive Einfuhr von Baumwolle den Rückgang der altbewährten Faser ein und in der Folge auch deren Anbau.
Erst nach dem zweiten Weltkrieg und dank zahlreicher technischen Fortschritten erwachte das Interesse für Leinen von Neuem. Die Faser wird heute als wichtiger Zukunftsrohstoff mit Einsatzmöglichkeiten weit über die Textilbranche hinaus betrachtet. Für Stickerinnen war Leinen immer ein edles Material und ist es heute noch.

12-fädiges Stickleinen 70 x 70 cm

Genau diese 70 x 70 cm großen Leinenzuschnitte brauchen Sie für die großen Mustertücher aus der Kollektion Museen und Kulturgut.
Wollweiß für den Sampler Toile de Jouy, Sand für den Wandbehang von Bayeux, Sajou-Blau für das Mustertuch zum 10. Jubiläum von Maison Sajou, Alpenveilchen für die Färberpflanzen, Schiefer für Chenonceau, Hellgrau für Versailles, Rosa für Marie-Antoinette, Baumrinde für Napoleon und Josephine..

12-fädiges Stickleinen Meterware

Unser 12-fädiges Leinen bieten wir auch als Meterware an. 

Um Leinen im Fadenlauf gerade zu schneiden, empfehlen wir, einen Faden mit einer dicken Nadel über die ganze Stoffbreite zu ziehen, und anschließend an dieser Stelle zu schneiden.

16-fädiges Stickleinen

Belgischen Landwirten ist die Wiedereinführung des Flachsanbaus in Frankreich nach dem Zweiten Weltkrieg zu verdanken. Die in Flandern kultivierte Pflanze fand in den französischen benachbarten Regionen wie Normandie, Picardie und Hauts-de-France ähnlich geeignete Klimaverhältnisse. Bester Flachs braucht tiefgründige Böden mit hoher Wasserspeicherfähigkeit und ein maritimes Klima mit Wind und moderaten Temperaturen, die 25° nicht übersteigen.

Wir empfehlen unser 16-fädiges Leinen mit einem Faden Retors du Nord zu besticken. Mit unserem „Fil-à-Gant“ (Applikations) können erstaunliche Stickergebnisse erzielt werden.

Aida-Gewebe

Das Aida-Gewebe wurde erst Anfang des XX. Jahrhunderts erfunden. Dies erklärt, warum keine alten Mustertücher auf diesem Stoff zu finden sind. Eine spezielle Bindungstechnik gibt dem Aida-Gewebe seine klare Quadratenstruktur mit deutlich sichtbaren Einstichstellen. Dadurch entfällt das Abzählen der Gewebefäden und das Sticken wird für Kinder und ältere Stickanfänger deutlich leichter.
Auch erfahrene Stickerinnen, die es eilig haben, können auf Aida zurückgreifen, denn auf Aida lässt es sich auch deutlich schneller sticken als auf Leinen. Auf unserem Aida-Stoff 5,5 entsprechen 55 Stiche 10 cm. Zum Vergleich: Auf 12-fädigem Leinen sind es 9,2 cm.

Servietten und Serviettentaschen

Tischservietten sind wieder auf dem Vormarsch. Hier finden Sie Servietten aus Reinleinen und Aida-Gewebe. Mit Buchstaben aus unseren Sajou-Alben und zahlreichen Bortenmotiven aus den grünen Sajou-Alben 657 und 658 können sie auf angenehmer Weise relativ schnell bestickt werden.

Stramin für Gobelin Petit Point

Es gibt zwei Stramin-Sorten für Gobelin-Stickerei in Petit Point: Der einfädige Stramin (Mono Canvas) und der zweifädige Stramin (Penelope Canvas). Beim zweifädigen Stramin liegen die Kett- und Schussfäden als Paare beieinander, während sie bei einfädigem Stramin einzeln liegen. Der Mono Canvas ist quadratisch gewebt und wird meistens für den klassischen, diagonal ausgeführten Petit Point verwendet. Der Penelope Stramin ist feiner und wird in der Regel für gerade Stiche wie z.B. für den Ungarischen Rhombenstich genommen. Die doppelten Kett- und Schussfäden ermöglichen eine Hervorhebung mancher Bilddetails, indem an vereinzelten Stellen 4 statt 2 Stiche ausgeführt werden. Dies kann auf alten Gobelinarbeiten sehr gut beobachtet werden: Hände und Gesichter der dargestellten Figuren sind meistens feiner gestickt, oft sogar mit einem anderen Garn.